Kaffee aus Kolumbien: Eine Reise durch Geschichte, Anbau, Kultur und Zukunft

Kaffee, eines der weltweit beliebtesten Getränke, ist für viele Menschen ein täglicher Begleiter und ein unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Während Kaffee in zahlreichen Ländern angebaut wird, sticht Kolumbien als einer der führenden Kaffeeproduzenten hervor und ist für die Qualität seines Kaffees weltweit bekannt. Im Folgenden nehmen wir Dich mit auf eine Entdeckungsreise durch die Geschichte, die Kultur und die Bedeutung von Kaffee aus Kolumbien.

Die Anfänge des Kaffees in Kolumbien: Von den Pionieren zur Weltklasse

Die Geschichte des Kaffees in Kolumbien beginnt im 18. Jahrhundert, als Jesuiten die ersten Kaffeepflanzen ins Land brachten. Der Kaffeeanbau begann in der Region um Santander und wuchs rasch in den fruchtbaren Bergen der Anden und in anderen Regionen Kolumbiens. Schnell wurde Kolumbien für seinen qualitativ hochwertigen Kaffee bekannt und die Bäuer:innen begannen damit, in den Bergregionen Kaffee anzubauen. Doch die Kaffeepreise fielen zur Jahrhundertwende aufgrund einer Weltwirtschaftskrise, was viele Großgrundbesitzer:innen zwang, ihre Plantagen aufzugeben.

Infolgedessen erlebten kleine Kaffeebäuer:innen eine Renaissance. Neue ländliche Anbaugebiete wurden erschlossen, in denen sich der Anbau mit traditionellen Methoden und Mischkulturen lohnte. Im Jahr 1927 wurde die  „Federación Nacional de Cafeteros de Colombia” (FNC) gegründet. Diese Organisation vereint bis heute Kleinbäuer:innen, die sich unabhängig von staatlichem oder politischem Einfluss für nachhaltige Anbaumethoden, faire Preise im internationalen Export und einheitliche Marketing- und Vertriebspraktiken einsetzen.

Im Laufe der Zeit festigte Kolumbien seinen Ruf für qualitativ hochwertigen Kaffee. Lange Zeit war Kolumbien, nach Brasilien, der zweitgrößte Erzeuger von Kaffeebohnen weltweit. Mittlerweile hat Vietnam den zweiten Platz eingenommen. In Brasilien und Vietnam werden allerdings viele Robusta-Bohnen angebaut, was Kolumbien zum weltweit größten Erzeuger von Arabica-Bohnen macht.

Geografische Besonderheiten und Anbauregionen von Kaffee in Kolumbien

Kolumbien bietet eine beeindruckende Vielfalt an Klimazonen und Höhenlagen, die sich perfekt für den Kaffeeanbau eignen. Diese einzigartigen geografischen Bedingungen führen dazu, dass Kolumbien einige der besten Arabica-Kaffeesorten der Welt produziert. Die wichtigsten Kaffeeanbaugebiete in Kolumbien sind das Kaffeedreieck (Eje Cafetero), das sich aus den Departamentos Caldas, Quindio und Risaralda zusammensetzt, sowie die Regionen Huila und Nariño.

Die kolumbianischen Kaffeebäuer:innen sind bekannt für ihre Sorgfalt und Hingabe bei der Pflege ihrer Kaffeepflanzen. Sie setzen auf traditionelle Anbaumethoden und ernten die Kaffeekirschen von Hand, um sicherzustellen, dass nur die reifsten Bohnen ausgewählt werden. Die Kaffeekirschen werden gewaschen oder trocken aufbereitet, wodurch der einzigartige Geschmack des kolumbianischen Kaffees entsteht. 

Die Qualitätssicherung spielt eine zentrale Rolle, um sicherzustellen, dass nur die besten Bohnen exportiert werden. Diese Liebe zum Detail und die enge Verbindung zur Natur tragen dazu bei, die Qualität des Kaffees aus Kolumbien zu erhalten.

Der Geschmack des kolumbianischen Kaffees

Kaffee aus Kolumbien ist für seine ausgewogene Säure, seine Milde und seinen süßen Geschmack bekannt. Je nach Region und Anbaumethode können kolumbianische Kaffeesorten Noten von Nüssen, Schokolade, Karamell und Früchten aufweisen. Dieser Geschmacksreichtum macht kolumbianischen Kaffee zu einer beliebten Wahl für Kaffeeliebhaber:innen auf der ganzen Welt.

Kolumbianischer Kaffee wird in drei Qualitätskategorien eingeteilt:

  • Supremo – Güteklasse 1: Diese Kategorie umfasst die größten Bohnen mit mittelkräftigem Aroma. Sie zeichnen sich durch ihren fruchtigen Geschmack und geringe Säure aus.
  • Excelso – Güteklasse 2: Diese Bohnen sind etwas kleiner und werden oft für den Export verwendet. Sie bieten einen samtig-weichen Geschmack mit betonter Säure.
  • Usual Good Quality (USG): Hierunter fallen Bohnen von durchschnittlicher Qualität.

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Bevorzugst Du die erfrischenden Aromen von Mango, Aprikosenschnaps, Passionsfrucht und Marzipan, ist der Las Margaritas Filterkaffee von Five Elephant eine optimale Wahl für Dich. Nach der Ernte durchläuft dieser Kaffee aus Kolumbien einen sorgfältigen Verarbeitungsprozess mit 48 Stunden Ruhe im Silo und 28 Tagen Sonnentrocknung, gefolgt von einer dreimonatigen Lagerung.

Der Nomad El Roble Espresso wird auf einer kleinen 1,5 Hektar großen Farm in Urrao, Kolumbien, angebaut. Er zeichnet sich durch seine samtigen Texturen und süße Honignoten aus.

Kulturelle Bedeutung von Kaffee in Kolumbien

Die Kaffeezeremonie in Kolumbien ist nicht so ritualisiert wie in einigen anderen Ländern, aber die Liebe zum Kaffee und das Teilen einer Tasse Kaffee mit Freund:innen und der Familie sind tief in der Kultur verankert. Kolumbianerinnen und Kolumbianer schätzen die sozialen Aspekte des Kaffeetrinkens und veranstalten regelmäßig „Tinto”-Pausen, um zu plaudern und gemeinsam eine Tasse Kaffee zu genießen. „Tinto” ist eine Art kleiner Espresso, der oft von Straßenverkäufer:innen zubereitet und in Plastikbechern serviert wird. Kaffee hat auch seinen Weg in die Kunst, die Musik und die Literatur Kolumbiens gefunden und wird oft als Symbol für das nationale Erbe betrachtet.

Kaffee als wirtschaftlicher Motor in Kolumbien

Kaffee ist für Kolumbien ein wichtiger Wirtschaftszweig und spielt eine entscheidende Rolle für die Lebensgrundlage vieler Menschen im Land. Kolumbien ist der größte Arabica-Kaffeeexporteur der Welt und profitiert von den Deviseneinnahmen, die der Export von Kaffee mit sich bringt. Darüber hinaus sind Kaffeeanbau und -produktion eine wichtige Einnahmequelle für viele Kleinbäuer:innen und landwirtschaftliche Gemeinschaften in Kolumbien. Die Regierung und verschiedene Organisationen arbeiten daran, die Nachhaltigkeit und die Lebensbedingungen der Kaffeeproduzent:innen zu verbessern.

Herausforderungen und Zukunftsaussichten für Kaffee aus Kolumbien

Obwohl Kolumbien eine lange und stolze Geschichte des Kaffeeanbaus hat, steht die Branche vor Herausforderungen. Der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Kaffeeproduktion sind eine zunehmende Sorge, da steigende Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster die Anbaubedingungen beeinflussen können. Darüber hinaus sind Preisschwankungen auf dem globalen Kaffeemarkt für viele Kaffeeproduzent:innen in Kolumbien eine Herausforderung.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen Kolumbiens Kaffeebäuer:innen vermehrt auf nachhaltige Anbaumethoden, die den ökologischen Fußabdruck verringern und an den Klimawandel angepasst sind. Die Förderung von Direktverkäufen und fair gehandeltem Kaffee hilft den Bäuer:innen, gerechtere Preise für ihre Produkte zu erzielen.

Insgesamt ist Kolumbiens Kaffeekultur geprägt von einer tiefen Wertschätzung für Qualität, Tradition und Gemeinschaft. Kaffee aus Kolumbien wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen und die Menschen weltweit mit seiner einzigartigen Aromenvielfalt und Qualität beeindrucken.